story4good

Krisen-PR für den Kensington Palace

21 März 2024
0

#whereiskate Teil 2

Ich hatte ja in meinem linkedin-Post vor einigen Tagen angekündigt, dass ich nicht nur die PR-Strategie der Royals kritisieren möchte, sondern auch aufschreiben möchte, was eventuell eine bessere Strategie, als die von ihnen verfolgte, gewesen wäre.

Da dieser Beitrag etwas länger wird, mache ich das hier in einem Blog-Artikel:

Wie ich in dem Linkedin-Beitrag schon schrieb, ist die Methode „Schweigen“ in der aktuellen Situation sicher nicht die Geschickteste, da sie den die Neugierde der Bevölkerung nicht befriedigt.

Für alle Leser und Leserinnen, die nicht – wie ich – schon tief in diese Geschichte eingestiegen sind, hier ein kurzer Abriß der bisherigen Ereignisse laut offiziellen Angaben:

Lady Catherine (Kate Middleton, im weiteren Kate) wird am 29.12.2023 ins Krankenhaus wegen eines medizinischen Notfalls eingeliefert, dort wurde eine medizinische Diagnose gestellt, die zu einer geplanten Operation im Bauchraum (abdominal operation) am 17. Januar 2024 führte, die erfolgreich verlief.

Am 29. Januar 2024, also nach etwa 2 Wochen im Krankenhaus, wird Kate entlassen und erholt sich seitdem in ihrem Zuhause in Windsor. Ihre Genesung geht gut voran. Es wird angekündigt, dass sie zu Ostern 2024 voraussichtlich wieder in der Öffentlichkeit erscheinen und nach Ostern ihre königlichen Verpflichtungen aufnehmen wird.

Die folgenden Umstände der offiziellen Version der Ereignisse führten zu Fragen und Mißtrauen in Teilen der Bevölkerung:

Es gibt keine Bilder von Kate auf dem Weg ins Krankenhaus, bei der Entlassung aus dem Krankenhaus oder von ihrer Genesungszeit in Windsor. Soweit ersichtlich, hatte Kate nur einen kurzen Besuch von William und Charles während ihrer Zeit im Krankenhaus, aber keinen Besuch durch ihre Kinder, ihre Eltern, ihre Schwester oder durch Freunde.

Am 4. März wird ein Foto von dem amerikanischen Sender TMZ veröffentlich, dass Kate im Auto mit ihrer Mutter zeigen soll. Kensington Palace autorisiert das Foto nicht und äußert sich auch nicht dazu. Das Foto ist recht verschwommen und Kate trägt darauf eine Sonnenbrille und hat ein auffällig und für sie untypisch breites/rundes Gesicht. Vermutungen reichen von: Das Foto zeigt nicht sie, sondern eine andere Frau/ein body double/ihre Schwester Pippa, das Foto ist manipuliert, bis zu: Sie hat Medikamente bekommen, die zum Aufschwemmen ihres Gesichtes geführt haben.

Am 10. März 2024 veröffentlicht der offizielle Social Media Account von Kate und William ein Foto von Kate und ihren drei Kindern zum Muttertag. Sehr schnell wird festgestellt, dass das Foto sehr stark bearbeitet wurde. Das Foto wird von den Nachrichtenagenturen daraufhin noch am 10. März 2024 mit einer „kill notice“ offiziell zurück gezogen.

Am 11. März 2024 wird einen Nachricht auf dem Account von Kate veröffentlicht, die  angeblich von ihr stammt, indem „sie“ zugibt, das Foto selbst bearbeitet zu haben. Die Zeitungen verlangen das unbearbeitete Original zu sehen, dies wird aber nicht zur Verfügung gestellt.

Ein paar Tage später, am 18. März 2024, wird ein verschwommenes Video von dem amerikanischen Sender TMZ gesendet, das angeblich Kate und William beim Einkaufen in einem lokalen Biomarkt in ihrem Wohnort Windsor am 17. März 2024 zeigt und von einem zufälligen Passanten aufgenommen worden sein soll. Auf den Aufnahmen sieht „Kate“ auffällig jung und schlank aus, trägt eine volle Einkaufstasche, geht in sehr schnellem Tempo und wirkt auffällig dynamisch und munter.

Fast alle britischen Zeitungen erklären die „Suche nach Kate“ mit diesem Video für beendet und z.B. The Sun titelt „Great to see you again, Kate.“ Die Hobby-Detektive im Internet sind nicht überzeugt. Die Theorien reichen von: Es ist ein body double, das Video ist manipuliert (via KI) bis zu: es ist ein altes Video von vor ein paar Jahren, dass eine wesentlich jüngere Kate zeigt.

Das Königshaus hat nicht bestätigt, dass auf dem Video von TMZ Kate und William zu sehen sind und sich auch nicht dazu geäußert.

Stand heutige (21. März 2024) wuchern die Verschwörungstheorien weiter, das Königshaus hat massiv an Vertrauen verloren und man kann insgesamt sagen, dass die Kommunikation vom Kensington Palace ein Misserfolg ist.

Um eine Antwort darauf zu geben, was man hätte besser machen können und weiterhin besser machen könnte, müsste man natürlich optimalerweise wissen, was wirklich mit Kate passiert ist und passiert.

Da ich das auch nicht weiß, sondern nur Vermutungen anstellen kann, aber mit diesem Beitrag nicht warten will, bis vielleicht irgendwann die Wahrheit herauskommt, werde ich meine Anmerkungen zu den zwei wichtigsten möglichen Szenarien machen.

Szenario 1: Das wirkliche Geschehen entspricht weitgehend den Aussagen des Königshauses (s.o.).

PR-Strategie zu Szenario 1

Sollte sich alles so abgespielt haben, wie es vom Königshaus geschildert wird, spräche nichts dagegen, dass Kate in ihrer erfolgreichen Genesungszeit in Windsor statt eines manipulierten Fotos und zwei verschwommener Paparazzi-Fotos/Videos, eine Video-Botschaft für ihre Fans und Untertanen aufgenommen hätte (insbesondere, wenn sie wirklich so fit ist, wie sie auf dem Einkaufsvideo wirkt), in dem sie ihnen für die guten Wünsche und Genesungskarten dankt. Würde sie wirklich so fit und gesund sein, dass sie munter Einkaufen gehen kann, spricht nichts dagegen, auch im Verlauf ihrer Genesung einige weitere Fotografien von Journalisten zu erlauben und die Presse und damit die Bevölkerung über das Fortgehen ihrer Gesundung zu informieren, das ginge auch ohne irgendwelche zu privaten medizinischen Details preiszugeben.

Die Argumente, die hierfür von der britischen Presse aktuell angeführt werden (der Prinz ist dickköpfig, die beiden möchten selbst entscheiden, was sie wann öffentlich kommunizieren und sich nicht drängen lassen, die Prinzessin braucht Ruhe für die Genesung, etc.) überzeugen mich allesamt nicht. Für jeden muss offensichtlich sein, was für ein Aufruhr durch die Heimlichtuerei entstanden ist und es bedeutet sicher sehr viel mehr Stress für die genesende Prinzessin im Auge eines solchen Gerüchtesturms zu stehen, als diesen mit ein paar Fotos oder kurzen Videos beizulegen. Auch der Schaden für den Ruf des und das Vertrauen in das Königshaus sind inzwischen enorm und sollten schwerer wiegen, als eine eventuelle Dickköpfigkeit.

Das führt uns zu

Szenario 2: Die Dinge sind schlimmer als kommuniziert

 

Mit die beliebtestes Verschwörungstheorie ist, dass Kate tatsächlich medizinische Problemen im Unterleib hat, die aber erschwert sein sollen von ihrer Eßstörung (Magersucht), die nach Aussagen von Insidern ein offenes Geheimnis im inner circle um William und Kate sei. Zusätzlich habe William im Jahr 2019, während Kate mit ihrem jüngsten Sohn Louis schwanger war, eine Affäre mit einer Freundin der Familie und Nachbarin, Rose Hanbury gehabt. Um Weihnachten herum soll Kate erfahren haben, dass diese Affäre nie aufgehört hat und dass William vorhat, Rose auch weiterhin zu sehen. Einige glauben zusätzlich, dass das jüngste Kind von Rose in Wirklichkeit ein uneheliches Kind von William sein soll.

Diese Informationen sollen bei Kate zu einem Nervenzusammenbruch geführt haben, der zu ihrer Notaufnahme am 29.12.2024 geführt habe. Dieser Nervenzusammenbruch im Zusammenhang mit ihrer tatsächlichen Operation, die weniger gut verlaufen sei, als geschildert wurde, habe wiederum dazu geführt, dass sie (eine Theorie) nicht mehr mit dem Königshaus und seinem Presseteam kommuniziere und sich weigere für Fotos zur Verfügung zu stehen, oder (eine andere Theorie), im Koma liege oder noch so schwer krank sei, dass sie nicht fotografiert werden könne, ohne dass diese Tatsäche öffentlich würde.

Weiter wird spekuliert bzw. kolportiert, dass König Charles, der ja an Krebs erkrankt ist, so schwer erkrankt ist, dass er zum Sommer (Juli) abdanken werde, womit William zu diesem Zeitpunkt zum neuen König von England gekrönt werden würde, was natürlich in Anbetracht des katastrophalen gesundheitlichen und/oder emotionalen Zustandes von Kate, der Affäre und ihrer Ehe eine schwierige Situation sein darstellen würde.

Insbesondere, da es ja schon damals in der Geschichte mit Diana einen ganz ähnlichen Ablauf der Ereignisse gegeben hat (Eßstörung der Prinzessin durch Stress, Affäre des Prinzen, Weigerung diese aufzugeben, etc.) und die Sympathien der Briten zu großen Teilen bei Diana waren und sie wahrscheinlich auch bei Kate wären, wenn diese ganzen Zustände ans Licht kämen bzw. wahr wären.

PR-Strategie zu Szenario 2

Sollten die oben genannten Theorien ganz oder zum Teil der Wahrheit entsprechen, ist das zurückhaltende und erratische Verhalten der PR-Leute der Royals natürlich gleich viel nachvollziehbarer und vieles der Fehler durch Angst, Druck oder tatsächliche Notlage (Kate kooperiert nicht mehr bzw. liegt im Koma) erklärbar.

Aber dennoch denke ich, wäre selbst in einer solchen katastrophalen Situation ein besseres PR-Vorgehen möglich.

Zum ersten: Warum wird erklärt, die OP sei gut verlaufen und die Genesung der Prinzessin mache gute Fortschritte, wenn man nicht vorhat oder nicht in der Lage ist, Bilder oder Videos von Kate zu liefern? Hier wäre es meiner Ansicht nach klüger gewesen, nahe an der Wahrheit (im Rahmen dieses Szenarios) zu bleiben und zumindest zu verlautbaren, dass es der Prinzessin leider nicht gut ginge und sie zu krank sei, um Fotos oder Videos von ihr aufzunehmen. Wenn man nicht ihre angebliche Gesundheit und super schnelle Genesung kommuniziert hätte, hätte man sich nicht so stark selbst unter Druck gesetzt.

Auch andere Szenarien wären möglich: So könnte man sagen, sie sei durch die OP und die Medikament optisch vorübergehend so verändert, dass sie davon keine Fotos veröffentlichen möchte. Das würden zum Beispiel viele Frauen verstehen und hätte das Misstrauen verringert, weil so zumindest ein Motiv genannt würde, warum es keine offiziellen Aufnahmen  von ihr gibt.

Natürlich hätte man überhaupt nicht das manipulierte Muttertagsfoto veröffentlichen dürfen, das liegt auf der Hand. Entweder ein echtes Foto von der kranken Kate (wenn es möglich wäre) oder keines wäre hier die richtige Strategie gewesen.

Selbst den Nervenzusammenbruch hätte man in Ansätzen kommunizieren können, z.B. etwas so: Durch den Stress der letzten Jahre und die gesundheitlichen Probleme und die Operation ist die Prinzessin so erschöpft, dass ihr die Ärzte absolute Ruhe verordnet haben und sie sich für eine Weile komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen möchte.

Wenn man dann noch ein Interview mit oder Soundbites von ihrem Arzt, William, ihren Eltern nachschieben würde, die diese Informationen bestätigen, wäre auch schon viel an Vertrauen wieder hergestellt und das Königshaus hätte Zeit gewonnen, das Chaos zu ordnen und halbwegs unter Kontrolle zu bringen.

Ich bin gespannt, wie sich die Saga weiter entwickelt, hoffe natürlich, dass es der Prinzessin gut oder zumindest bald besser geht und werde sicher noch einen abschließenden Beitrag über die Kommunikationsstrategie schreiben, sollte sich der Nebel ein wenig lichten.

Leave a comment:

* required